Was bedeutet das Wort „Stress“?

Der Begriff Stress begegnet uns im Alltag ständig. Aber was bedeutet Stress eigentlich? Stress kann sowohl extreme psychische Belastung, Zeitdruck oder auch Streit mit einer anderen Person bedeuten. Aber auch noch vieles mehr. Denn Stress bedeutet für jeden etwas anderes und hängt von den persönlichen Erfahrungen ab!

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Wald mit Sonnenstrahlen

Was bedeutet der Begriff „Stress“?

Schenkt man den Schlagzeilen der Medien Glauben, so steigen die Anforderungen an sämtlichen Arbeitsplätzen täglich. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, die Work-Life-Balance im ausgewogenen Verhältnis zu halten. Es fällt schwer, Arbeit und Freizeit klar zu trennen. Beispielsweise die Möglichkeit, viele Tätigkeiten auch von zu Hause aus, im sogenannten Homeoffice zu erledigen, bringt sowohl Vorteile aber auch einige Nachteile mit sich.

Ob sich diese Möglichkeit allerdings stressmindernd oder –verstärkend auswirkt hängt oftmals davon ab, wie wir damit umgehen. Um über diese und weitere Fragen zum Thema Stress aufzuklären, soll folgende wissenschaftliche Definition des Begriffs Stress als Grundlage dienen.

Im Zusammenhang mit den Inhalten der Relaxaholic-Homepage wird das Wort Stress stets als „Aktivierungsreaktion des Organismus auf Anforderungen und Bedrohungen“ (Litzcke et al.) verstanden.

Was bedeutet Stress im Körper?

Es handelt sich hierbei um eine Reaktion, die sich der menschliche Körper rein evolutionär betrachtet mit gutem Grund angeeignet hat. Das folgende Beispiel macht dies deutlich.

einer Begegnung unserer Vorfahren mit einem Bären oder vergleichbaren Raubtieren, blieb ihnen folgende Wahl:

Kampf oder Flucht?!

Um für beide Optionen gewappnet zu sein, schaltet der Körper nun Alarmbereitschaft. Stress bedeutet also für den Körper:

  • Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, um so viel Energie wie möglich bereitzustellen.
  • Herz aber auch die Extremitäten werden stark durchblutet und mit dieser Energie versorgt, um Armen bzw. Beinen Höchstleistung abverlangen zu können.
  • Gleichzeitig wird der Verdauungstrakt auf Sparflamme heruntergefahren, damit dieser weniger Energie verbraucht, welche für die Bewältigung der Gefahr benötigt wird.
  • Hinzu kommt es kurzfristig zu einer gesteigerten Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit, um dem gefährlichen Tier möglichst geschickt zu entkommen oder es zu besiegen.
  • Schmerzen sowie Harndrang werden als körpereigener Schutzmechanismus in diesen kaum wahrgenommen.

Das also bedeutet Stress!

Aber: Stress ist auch nützlich!

An dieser körperlichen Reaktion hat sich bis heute nichts geändert. Auch im stressigen Arbeitsalltag freuen wir uns über die höhere Konzentrationsfähigkeit, die uns durch ein besser durchblutetes Gehirn ermöglicht wird. Die Stressreaktion erscheint also nach wie vor nützlich – nicht nur am Arbeitsplatz sondern auch beim Meistern der täglichen Familien- und Freizeitangelegenheiten.

Stress bedeutet also grundsätzlich eine nützliche Anpassungsreaktion des Körpers. Während eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit und die gesteigerte Energiebereitstellung in akuten Wettkampfsituationen sowie zur Bewältigung anspruchsvoller Aufgaben durchaus hilfreich sind, wirkt sich ein anhaltendes Stressempfinden jedoch negativ auf unsere Gesundheit aus.

Darum muss es zu eben diesen Ausnahmezuständen einen geeigneten Gegenpol geben:

Die Regeneration

Sie ermöglicht es uns, Kraft zu tanken und uns für die nächste Herausforderung zu wappnen. Fehlt jedoch eine Regenerationsphase, so spricht man von chronischem Stress. Ein großer Unterschied zu unseren Vorfahren liegt nun darin, dass wir die bereitgestellte Energie in den Extremitäten nur noch bei sportlichen Herausforderungen in Bewegung umsetzen.

Nach körperlicher Anstrengung folgt eine Entspannungsphase der beanspruchten Muskulatur. Unser Körper lässt uns spüren, dass wir dringend eine Auszeit brauchen, um uns von diesem physischen Stress zu erholen und dass wir wieder Kraft tanken müssen.

Erfolgt jedoch keine körperliche Anstrengung, wird dieser Entspannungsvorgang nicht automatisch eingeleitet. Stattdessen ist es häufig der Fall, dass auf eine Herausforderung lückenlos die nächste folgt. Das bedeutet, dass zwar all die oben genannten Reaktionen auf Stress erfolgen, wir allerdings durch die fehlende körperliche Erschöpfung nicht unbedingt daran denken, dem Körper eine Auszeit zu gönnen. Rein körperlich hindert uns vorerst nichts daran, mit der Arbeit fortzufahren.

Körper unter Dauerstrom!

Der Körper befindet sich somit unter „Dauerstrom“ und die oben noch für hilfreich befundene Stressreaktion verwandelt sich in ein Gesundheitsrisiko. Denn auf diese Weise können Stresshormone nicht neutralisiert werden. Muskeln, etwa im Nacken und Rückenbereich, werden dauerhaft angespannt.

Chronischer Stress kann also Muskelverspannungen aber auch dauerhaft erhöhtem Blutdruck verursachen. Letzteres stellt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Spürbare Symptome wie Schmerzen im Kopf und Rücken aber auch Müdigkeit und Schlafprobleme werden nicht immer bewusst mit Stress in Verbindung gebracht. Sie werden stark unterschätzt und gerne ignoriert oder mit Medikamenten zumindest subjektiv gelindert.

Um nachvollziehen zu können, was Stress bedeutet, ist es also wichtig, das Gesamtbild zu betrachten. Stress ist kein negativ zu bewertendes Phänomen. Im Gegenteil: Er ist eine hilfreiche Reaktion des menschlichen Körpers. Wichtig ist jedoch dies anzuerkennen und Entspannungsphasen aktiv zu fördern. Nur so können wir auf lange Sicht leistungsfähig, gesund und vor allem glücklich sein.

Stress und Resilienz?

An dieser Stelle sollte betont werden, dass Stress nicht gleich Stress ist. Abhängig von der Dauer der Belastung und der individuellen Belastbarkeit einer Person, kann sich Stress sehr unterschiedlich auswirken. Hierbei spielt die Resilienz (unser geistiges Imunsystem), die auf persönlichen Erfahrungen und Wesenszügen fußt, eine entscheidende Rolle. Sie können Ihre eigene Resilienz allerdings beeinflussen, indem Sie Entspannung als festen Bestandteil in Ihren Alltag einbauen. Auf diesem Weg gelingt es Ihnen, gelassener zu sein und Ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern.

Bevor sie also einen geistigen Muskelfaserriss bekommen, machen Sie doch ruhig mal eine Pause mit gutem Gewissen. In den Artikeln dieser Kategorie finden Sie genau dazu Hilfestellungen wie sie langfristig dem Stress ein Schnippchen schlagen können.

Was bedeutet Stress in Kürze:

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über den Artikel. Wenn Sie etwas zu einem der Punkte nachlesen wollen, kommen Sie durch den blauen Link zu dem entsprechenden Absatz.

Stress ist die „Aktivierungsreaktion des Organismus auf Anforderungen und Bedrohungen“ (Litzcke et al.). Im Einzelnen passieren folgende Reaktionen in unserem Körper:

Da die notwendige Regenerationsphase, die zu deren Zeit auf natürliche Weise eingeleitet wurde, zur heutigen Zeit vernachlässigt wird, muss Entspannung aktiv in den Alltag integriert werden. Nur so gelingen die tägliche Gelassenheit und das Verhindern gesundheitsgefährdender Folgen von chronischem Stress.