Warum ist guter Schlaf so wichtig?

Schlaf gut! Das wünscht man sich so gut wie jeden Abend. Doch was ist denn nun guter Schlaf? Selbst bei Nacht hat unser Körper einiges zu tun, um uns wieder für den nächsten Tag zu wappnen. Fehlt uns also diese nächtliche Regeneration kann das verheerende Folgen für unsere Gesundheit haben!

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weißes Bett vor rosa Wand mit Kuscheldecke und Buch

Was passiert bei gutem Schlaf?

Während wir schlafen, finden in unserem Körper wichtige Prozesse statt. Diese sollen uns auf den darauffolgenden Tag vorbereiten und das Erlebte verarbeiten. Aber was genau sind das denn für Vorgänge?

  • Zum einen erholt sich der Körper von physischer Aktivität. Energiespeicher werden neu gefüllt und auch das Immunsystem regeneriert.
  • Zum anderen werden jegliche Eindrücke, die über den Tag gesammelt wurden, verarbeitet. Gedächtnisinhalte werden und neu sortiert. Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis werden bewertet und je nach Relevanz verworfen oder aber im Langzeitgedächtnis gespeichert.

Folgen von Schlafmangel

Betrachtet man nun die oben genannten Funktionen von Schlaf, ist bereits ersichtlich, weswegen guter Schlaf einen beachtlichen Wert in unserem Alltag einnimmt. Sowohl körperliche als auch geistige Leistungen, die wir täglich liefern, hängen von der Schlafqualität ab.

Eben diese körperliche und auch geistige Leistung ist eingeschränkt, wenn man unter Schlafmangel bzw. Schlafproblemen leidet. So kann sich in diesem Fall unser Immunsystem nicht vollständig regenerieren. Schlafmediziner vergleichen diesen Zustand mit der Schwächung nach einigen Stunden Hochleistungssport, wodurch man für bis zu 3 Tage anfälliger für Infekte ist![i]

Zudem werden jegliche Energiespeicher unzureichend aufgefüllt und auch unser Gehirn kann all die gesammelten Informationen nicht richtig verarbeiten. Das führt zwangsläufig zu Konzentrationsschwierigkeiten einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit. Es kann also vorkommen, dass wir uns auf Dauer weniger merken können und Schwierigkeiten haben, Neues zu lernen.

Schlafqualität vor Quantität!

Es ist allerdings nicht unbedingt ausschlaggebend, ob Sie lange schlafen, sondern viel eher, ob Sie gut schlafen[ii]. Die Qualität des Schlafs wird durch Einschlaf- oder Durchschlafprobleme in Mitleidenschaft gezogen, da sich hierdurch die Schlafphasen verschieben und der Hormonhaushalt somit aus dem Gleichgewicht gerät. Beispielsweise kommt es vor, dass das Hormon Melatonin, welches für Müdigkeit sorgt und dem Körper das Bedürfnis nach Schlaf signalisiert, nicht ausreichend abgebaut wird. Daraus folgt den gesamten Tag über ein Gefühl der Abgeschlagenheit. Ein weiteres Beispiel kann ein verstärktes Hungergefühl sein aber auch eine zu hohe bzw. zu geringe Insulinproduktion, welche beide zu Übergewicht und Krankheitsbildern wie Diabetes mellitus Typ 2 führen können.
Sogar der Stoffwechsel wird also vom Mangel an gutem Schlaf negativ beeinflusst, wodurch häufig Stoffwechselprobleme und besonders Übergewicht im direkten Zusammenhang mit der Schlafqualität stehen.

Stress als Störfaktor für guten Schlaf

Unschwer lässt sich erkennen, dass gutem Schlaf eine bedeutende Rolle zuzuschreiben ist und Schlafprobleme keineswegs ignoriert oder übergangen werden sollten. Stattdessen ist es wichtig, herauszufinden, welche Ursache dieser Probleme vorliegt und wie die Schlafqualität wieder angehoben werden kann. Ziel ist es, dass guter Schlaf wieder zur Normalität wird.

Stress ist ein besonders präsenter und dominanter Faktor, der den Schlaf beeinträchtigen kann. Wie oben bereits beschrieben, werden in der Nacht alle Eindrücke des Tages verarbeitet. War dieser nun besonders stressig, so spiegelt sich das selbstverständlich auch in der Qualität unseres Schlafes wieder. Ab und zu unruhig zu schlafen ist also noch lange nicht unüblich und braucht uns nicht zu beunruhigen. Immerhin erlebt jeder mal aufreibende Ereignisse, die erst einmal werden müssen. Der menschliche Körper hat für diesen Fall Energiereserven und sorgt damit dafür, dass wir trotzdem ohne große Einschränkungen durch den folgenden Tag kommen und uns schnell erholen.

Schlafprobleme nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Häuft sich diese Unruhe während des Schlafens jedoch, kann man von Schlafstörungen sprechen. An dieser Stelle bietet es sich an, gezielt nach der Ursache zu suchen, weshalb man nicht gut schläft, da der Kopf damit beschäftigt ist Lösungsmöglichkeiten zu finden.
Macht man dies nicht, werden sich schon bald Einschränkungen in der täglichen Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Die Konzentration lässt in verschiedensten Lebenssituationen nach. Das bedeutet, dass Sie beispielsweise am Arbeitsplatz das Gefühl haben, dass die Anforderungen immer schwerer zu bewältigen sind. Aber auch im Umgang mit nahestehenden Personen beobachten Sie sich möglicherweise dabei, schneller gereizt zu reagieren oder sich nur mit Mühe an Gesprächsinhalte erinnern zu können.

Ignoriert man diese Anzeichen weiterhin, leidet das gesamte Wohlbefinden und die Gesundheit erheblich darunter. Sowohl die bereits genannten Stoffwechselprobleme und die anderen körperliche Beeinträchtigungen sowie auch psychische Krankheiten sind häufige Folgen. Allgemein wird der Körper dadurch viel anfälliger für jegliche Krankheiten.

So weit muss es allerdings erst gar nicht kommen! Wie Sie es schaffen, aus dieser Spirale abzuspringen und wieder gut ausgeschlafen in den Tag zu starten, erfahren Sie in den Beiträgen dieser Kategorie.

Sollte ein spezifisches Thema nicht abgedeckt sein, lassen Sie uns das bitte wissen. Unter der Sparte Erfahrungsaustausch beantworten wir Ihnen all Ihre Fragen. Das Relaxaholic-Team ist stets bemüht jegliche Antworten und Hilfestellungen zu bieten, möglichst all unsere Leser langfristig den Weg zurück zum guten Schlaf finden.

Guter Schlaf in Kürze:

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über den Artikel. Wenn Sie etwas zu einem der Punkte nachlesen wollen, kommen Sie durch den blauen Link zu dem entsprechenden Absatz.

Nutzen von gutem Schlaf

Auswirkungen von Schlafproblemen

 

Quellen

Lampert, Thomas; Saß, Anke-Christine; Häfelinger, Michael; Ziese, Thomas (Hg.) (2007): Armut, soziale Ungleichheit und Gesundheit. Expertise des Robert Koch-Instituts zum 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Robert-Koch-Institut. Geänd. Nachdr. Berlin: Robert Koch-Inst (Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes).

Fietze, Ingo (2009): Leistung durch richtige Schlafkultur. In: Spektrum der Wissenschaft (Spezialheft 3), S. 72–77.oHG