Stimmt es, dass Stress dick macht?

Bei einem stressigen Alltag kann es schon einmal vorkommen, dass man Fast Food dem selbstgemachten Salat vorzieht. Aber macht Stress deshalb auch gleich dick? Können die Auswirkungen wirklich so gravierend sein? Im folgenden Artikel werden genau diese Fragen thematisiert.

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Blumenkohl mit Blättern

Das eigene Wohl vernachlässigen?

Durch tägliche Termine sowohl im Beruf als auch im Familienleben neigen viele dazu, das eigene Wohl zu vernachlässigen. Während man bestrebt ist, den Anforderungen anderer gerecht zu werden, stellt man die eigenen Bedürfnisse hinten an.
Besonders wenn es um die eigene Ernährung geht, fällt es dem ein oder anderen schwer, trotz stressigem Alltag gesunde Kost zu sich zu nehmen.

Doch ist das bereits der Grund, weshalb Stress dick macht?

Nicht unbedingt! Lässt man das Thema Ernährung unter den Tisch fallen, kann dies sowohl eine starke Gewichtsabnahme als auch eine Gewichtszunahme zur Folge haben. Beide Entwicklungen sind alles andere als gesund und können gravierende Folgen haben. Im werden die Gründe hierfür aufgezeigt und Strategien vorgegeben, wie Sie diese Entwicklung vermeiden und ein gesundes Essverhalten lernen können.

Stress macht dick – wenn natürliche Bedürfnisse unterdrückt werden.

Oftmals kommt es erst gar nicht dazu, dass wir in Stresssituationen Hunger verspüren. Der Körper ist im hochkonzentrierten Arbeitsmodus und schraubt natürliche Empfindungen Harndrang oder Schmerz und eben auch Hunger zurück, da sie in Bezug auf die Arbeit eher hinderlich erscheinen. Dies ist für extreme Situationen sehr nützlich. Steht beispielsweise eine wichtige Veranstaltung bevor und es müssen am Vortag unter Druck letzte Vorbereitungen getroffen werden, ermöglicht Ihnen diese körperliche Reaktion Höchstleistungen.

Für Ausnahmesituationen also durchaus nützlich, nicht wahr?

Mangelernährung oder Heißhunger?

Anders sieht es aus, wenn Sie täglich unter dieser Anspannung stehen und Ihre Bedürfnisse ständig unterdrückt werden. Dies endet hinsichtlich Ihres Ernährungsverhaltens meist auf eine der folgenden beiden Weisen:

  1. Ihr Körper lässt selbst nach Feierabend das Hungergefühl nicht vollständig zu. Scheinbar verfolgen Sie sämtliche Stressauslöser bis nach Hause. In diesem Fall werden Sie höchstens eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen, da Sie keinen großen Hunger verspüren. Das kann problematisch werden, denn auf diese Weise bahnt sich eine unvermeidliche Mangelernährung an. Ihr Körper wird nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt, um sich langfristig gesund zu erhalten.
  2. Sobald die Anspannung nach Feierabend von Ihnen abfällt, fordert Ihr Körper besonders hochkalorische Nahrung. Es handelt sich um den allseits bekannten Heißhunger. Auch wenn Sie es nicht bewusst wahrgenommen hatten, befand sich Ihr Körper über den Tag hinweg in einer Hungerphase, weshalb er nun besonders intensiv reagiert. Automatisch werden nun Signale gesendet, dass Sie dringend Nahrung brauchen – und zwar schnell UND viel. Das ist der Grund, weshalb Sie in diesen Situationen besonders großen Appetit auf stark zucker- und fetthaltige Lebensmittel haben. Der Imbiss an der Ecke liefert uns genau das: eine große Energiemenge in kürzester Zeit. Wird der Besuch im besagten Imbiss zur Gewohnheit macht Stress also im wahrsten Sinne des Wortes dick.

Beobachten Sie sich einmal selbst. Sollte Ihnen eines der oben beschriebenen Szenarien erscheinen, ist Ihr Stresslevel wahrscheinlich deutlich zu hoch.

Stress macht dick – wenn wir das Falsche essen.

Wir werden einerseits durch die oben beschriebenen Signale des Körpers dazu verleitet, das vermeintlich Falsche zu essen. Andererseits ist häufig auch die Wahl des Mittagessens nicht immer die gesündeste. Auch hier muss es für viele schnell gehen, weswegen im Kiosk oder Bäcker ein Snack gekauft wird. Nun ist doch aber das belegte Brötchen samt Salatblätter und Tomatenscheibe doch gar nicht so ungesund, oder?! Leider doch. Durch Weißmehl und Belag nehmen Sie schnell viele „leere Kalorien“ zu sich. Das bedeutet: Viel Energie und wenig Sättigungsgefühl. Das führt unweigerlich dazu, dass Sie schon bald wieder Appetit auf mehr haben. Da ist der Griff in die Keksdose nicht weit. Darum stimmt auch hier die These: Stress macht dick.

Für gesunde Alternativen keine Zeit?

Stoppen Sie doch mal die Wartezeit beim Bäcker und den Zusatzweg, den Sie auf sich nehmen um 6 schlecht aufgebrühte Kaffeebohnen und in formgebackenen Zucker mit einer Scheibe Wurst zu kaufen. Aus Zeitmangel und bei Stress scheint uns das eine gute Lösung zu sein, doch diese versteckten Zucker können uns tatsächlich dick machen. Das Ganze in Qualität zum günstigeren Preis und für den gleichen Zeitaufwand bekommen sie täglich zu Hause, wenn sie die gute alte Brotdose wiederbeleben.

Stress macht dick – wenn wir dem Essen keine Beachtung schenken.

Nicht nur was, sondern vor allem die Art wie wir essen, gibt Auskunft darüber, ob wir uns gesund ernähren. Ein kleiner Test zeigt, ob Sie Ihrem Essen die nötige Aufmerksamkeit schenken. Beantworten Sie hierfür folgende Fragen:

  • Wissen Sie noch, was Sie an Ihrem letzten Arbeitstag mittags gegessen haben?
  • Wie hat es Ihnen geschmeckt?
  • Wie lange haben Sie dafür gebraucht die Mahlzeit zu verzehren?

Ist Ihnen die Beantwortung leicht gefallen, dann wiederholen Sie die Fragestellungen für den vorletzten Arbeitstag.
Wenn Sie nun sehr lange über Ihre Antworten nachdenken mussten oder gar zu keiner Antwort kommen konnten, ist das ein eindeutiges Indiz dafür, dass Sie unachtsam gegessen haben. Das bedeutet, in Gedanken waren Sie mit etwas völlig anderem beschäftigt.
Das ist natürlich keineswegs ungewöhnlich. Sie sind damit eine/r von vielen! Dabei ist dies der bedeutendste Grund, weshalb Stress dick machen kann.

Dem Essen Beachtung schenken!

Indem Sie dem Essen keine Beachtung schenken, bleibt der Körper im Arbeitsmodus. Normalerweise signalisieren wir unserem Gehirn mit all unseren Sinnen, dass nun die Nahrungsaufnahme beginnt. Daraufhin bereiten sich die Verdauungsorgane auf ihren Job vor und geben wiederum dem Gehirn Bescheid, sobald sie genug haben: Wir fühlen uns satt und zufrieden. Ist unser Organismus jedoch nicht im Ess-Modus, bleibt dieses Sättigungsgefühl häufig aus. Wir essen also mehr, als unbedingt sein muss.

Zudem laufen unter Stresseinfluss Ihre Verdauungsorgane weiterhin auf Sparflamme. Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Trägheit und Blähungen sind eine häufige Folge. Lebensmittel können nicht richtig verarbeitet werden und der Körper neigt eher dazu, Energiereserven zu speichern.

So kann anhaltender Stress also dick UND ungesund machen!

Nicht mit Ihnen!

Die folgenden Tipps werden Sie unterstützen, diese unangenehmen Effekte auszumerzen. Lassen Sie den Stress nicht Überhand nehmen und ergreifen Sie die Kontrolle zurück über Essverhalten.

  1. Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Essen!
    Indem Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf Ihre Mahlzeit richten, gönnen Sie auch Ihrem eine Auszeit. Dadurch senken sich Blutdruck und Puls, Ihr Körper kann sich regenerieren und Sie werden sich anschließend viel besser konzentrieren können.
  2. Genießen Sie!
    Nehmen Sie Ihr Essen mit allen Sinnen wahr. Lassen Sie sich währenddessen nicht von Kurznachrichten oder E-Mails ablenken. Glücksgefühle, die während dieses bewussten ausgeschüttet werden, steigern Ihr Wohlbefinden und hebt Ihre Laune für den Tag.
  3. Seien Sie vorbereitet!
    Nehmen Sie sich bereits am Wochenende einige Minuten Zeit, um die Mittagspausen gedanklich zu planen. Überlegen Sie, welche gesunden und trotzdem schmackhaften es zur Imbissbude gibt und bereiten Sie vielleicht einige Mahlzeiten vor, die Sie griffbereit im Kühlschrank lagern. So sparen Sie sich Stress und leere Kalorien.
  4. Greifen Sie zum gesunden Snack!
    Obst ist der optimale Konzentrations-Booster für zwischendurch. Während der enthaltene Zucker die Leistungsfähigkeit und Konzentration fördert, nehmen Sie zudem wertvolle Nährstoffe auf, unterstützen Ihr Immunsystem und tun somit Ihrer Gesundheit etwas Gutes.

Wenn Sie diese Tipps umsetzen, müssen Sie sich nicht weiter um die Aussage „Stress macht dick“ sorgen, da sie Sie nicht länger persönlich betrifft.

In Kürze: Stress macht dick, …

Sie können dagegen ansteuern, indem Sie…