Konzentration? Auf nur eine Aufgabe?

„Dieses Projekt erfordert absolute Konzentration. Sind Sie sicher, dass Sie in der Lage sind, nur eine Aufgabe zur gleichen Zeit zu bearbeiten?“ Das sagt zwar kein Mensch, aber Fakt ist, viele Menschen sind überzeugt davon, dass wenn Sie mehrere Tätigkeiten parallel bearbeiten, Ihre Produktivität steigt

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Steinmännchen vor dem Meer

Meist ist diese Überzeugung in Wahrheit schädlich. Man bearbeitet zwar mehrere Aufgaben, aber die Qualität sinkt. Dadurch das man sich nicht auf jede einzelne Aufgabe fokussieren kann, fallen die Ergebnisse und die Erwartungen nicht zu 100% aus.

Und was passiert wenn man vermeintlich alles gegeben hat und man wird vom Ergebnis enttäuscht? Man grübelt und zweifelt an seiner eigenen Kompetenz. Warum nicht einfach den Fokus auf eine Aufgabe legen? Und erst wenn diese fertig ist, sich der nächsten widmen?

Zwei halbfertig abgearbeitete Aufgaben sind für den Empfänger Ihrer Ausarbeitung wertlos. Eine abgeschlossene Aufgabe hingegen stellt den Empfänger mindestens zu 50% zufrieden und Sie haben eine offene Aufgabe weniger.

Wir müssen von „Multitasking“ auf „Monotasking“ zurück

Die Multitasking-Fähigkeit ist eine Illusion, denn Psychologen haben schon seit längerem nachgewiesen, dass ein menschliches Gehirn nicht dazu gemacht wurde, sich auf zwei komplexe Aufgaben gleichzeitig zu konzentrieren. Im Gegenteil, der Teil der im Gehirn dafür zuständig ist, wechselt blitzschnell zwischen den Aufgaben hin und her. Dieser Bereich des Gehirns reift jedoch erst relativ spät aus (Jugendzeit) und bildet sich zudem im Alter wieder zurück. Somit kann bei mehreren Altersschichten das gleichzeitige Erledigen von Aufgaben zu Stress führen. Außerdem leidet die Gedächtnisleistung unter ständig anderweitigen Unterbrechungen.

Wenn Ihr Kollege oder Mitarbeiter also schon einiges an Berufserfahrung gesammelt hat, respektieren Sie seine Entscheidung eins nach dem anderen zu erledigen. Er hat die Vorteile des Monotasking bereits für sich entdeckt.

haben nun erfahren, dass unser Gehirn zwischen Aufgaben blitzschnell hin und her springt. Das bedeutet, dass wir uns immer wieder in Aufgaben reindenken müssen. Dadurch verliert man Zeit, die man anderweitig investieren könnte. Es kann bis zu 20 Minuten dauern bis man wieder im „Flow“ ist. Statt wie gewollt Zeit zu gewinnen, stressen sie sich nur unnötig und verlieren die Zeit, die Sie einsparen wollten. Sie wissen nicht ganz genau, wie Sie ein individuelles Zeitmanagement aufbauen können? Schauen Sie doch mal hier vorbei.

Entspannt eins nach dem anderen bearbeiten

Natürlich kann man dieses „Aufgabenspringen“ nicht vollkommen auf 0 runterschrauben. Wenn Sie an einer Präsentation sitzen und das Telefon klingelt, dann nehmen Sie das Gespräch an und springen danach wieder auf die Aufgabe Präsentation. Versuchen Sie darauf zu achten „unnötiges Springen“ schrittweise zu reduzieren oder komplett zu vermeiden. Wenn Sie eine Präsentation erstellen, dann lassen Sie das „Kurz mal in die Mails schauen“ oder „Ich brauch noch ein Stück Kuchen“ weg. Dieses „Kurz-Mal-Zwischendurch“ ist Gift für Ihre Produktivität und am Ende nur mehr Arbeit für Ihr Gehirn.

Zusammengefasst: Arbeiten Sie eine Aufgabe nach der anderen ab. Fokussieren Sie sich zu 100% auf diese eine Aufgabe. Sie werden schnell bemerken, dass Sie dadurch Ihre Aufgaben schneller erledigen können.

Anmerkung:

ist es wichtig eine kurze Pause nach 45-60 Minuten einzulegen. Auch wenn Sie nach 60 Minuten noch kein Bedürfnis verspüren sich zu entspannen, tun Sie es! Wenn ihr Körper Sie auffordert zu entspannen, weil Sie sich beispielsweise nicht mehr konzentrieren können, Sie Tagträumen nachhängen oder die Augen zufallen, ist es zu spät. Damit zeigt Ihnen Ihr Körper, dass Sie Ihre Belastbarkeit bereits überschritten haben.

Wie schaffe ich eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre?

Die Arbeitsatmosphäre ist äußerst wichtig, um sich auf seine Arbeit fokussieren zu können. Da es nicht immer und überall möglich ist sich zu konzentrieren, folgen ein paar Anregungen.

Regeln fürs Büro:

  • Kollegen sagen, dass man die nächsten 45 Minuten nicht gestört werden will.
    • Mit einer klaren Ansage werden Sie auf Verständnis bei Ihren Kollegen treffen. Im Anschluss können Sie die Frage des Kollegen klären.
  • Schild an den Arbeitsplatz stellen, mit der Aufschrift: „Bitte bis xx:yy nicht stören“
    • Die Regel hat den gleichen Effekt wie die oben beschriebene Regel. Alle Kollegen wissen nun Bescheid, auch die, die zufällig an Ihrem Büro vorbeikommen und etwas von Ihnen wollen.
  • Mailprogramm schließen
    • Wenn Sie auf eine bestimmte Aufgabe konzentriert sind, z.B. „Präsentation erstellen“, dann machen Sie alle anderen Programme zu und stellen die Benachrichtigungen für diese aus. Somit minimieren Sie die Versuchung „nur mal kurz reinschauen“ zu wollen.
  • Kurzes Ritual einlegen
    • Solche Rituale geben einen bestimmten Ablauf vor und bewirken dadurch mehr Gefühl von Ruhe und Sicherheit. Ein Ritual könnte sein, den Kaffee leer zu trinken, dann eine Minute die Augen schließen und kurz aufstehen. Sie können auch kurze am Arbeitsplatz machen. Mit einem Ritual drücken Sie quasi einen bestimmten Knopf in Ihrem Kopf und geben ihrem Körper unmissverständlich das Zeichen, dass ab jetzt 100% Konzentration erforderlich ist, vorausgesetzt sie nutzen dieses spezifische Ritual immer vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Pausen sind das A und O

Machen Sie genügend Pausen. Nachdem Sie eine Aufgabe fertig haben, gönnen Sie sich Ihren Kaffee oder das wonach Ihnen ist. Gehen Sie raus, drehen Sie eine Runde um den Block oder gehen Sie für einen Snack in die Küche. Machen Sie etwas, was Sie entspannt und für einige Momente abschalten lässt.

Den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen, macht ja auch keinen Spaß. Sie werden produktiver, wenn Sie regelmäßige Pausen einlegen und diese sinnvoll nutzen. Sie können auch eine kleine Pausenroutine entwickeln mit verschieden mentalen und körperlichen Übungen.

Warum Pausen so wichtig sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Nach Feierabend, unbedingt den Arbeitsmodus abschalten

Es gibt noch etwas wichtigeres als Ihre Arbeit. Sie selbst. Wenn Sie morgen früh wieder fit sein wollen, gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung.

Pausen gehören nicht nur während der Arbeit dazu. Auch das komplette Abschalten von der Arbeit ist wichtig. Im Geschäft können Sie genügend über die eigentlichen nachdenken, aber sobald Sie aus der Tür raus sind, sollten Sie versuchen abzuschalten. Sie müssen Ihrem Körper und Geist eine Pause gönnen. Schauen Sie einen Film im Kino, gehen Sie mit Freunden essen oder machen Sie einfach Ihren Lieblingssport. Ganz egal was es ist, die Hauptsache ist es, dass Sie entspannen können.

Prioritätensetzen

Wie Sie leichter Prioritäten setzen können, erfahren sie hier. Sie legen fest, wie Sie Ihre Aufgaben strukturieren und in welcher Reihenfolge Sie abgearbeitet werden sollen.

Wenn Sie Ihre eigene Reihenfolge erstellt haben, dann erledigen Sie diese von oben runter. Der Grund mit den wichtigsten Aufgaben zu starten ist, dass die meisten Menschen morgens die größte Motivation und Leistungsfähigkeit haben. Zu dieser Tageszeit können wir besonders fokussiert arbeiten. Natürlich ist jeder Mensch unterschiedlich. Sie müssen für sich selber den besten Moment raussuchen, aber wenn Sie diesen gefunden haben, starten sie, auch wenn die eine oder andere Tätigkeit anstrengend ist.

Sie eine längere Zeit damit arbeiten, Prioritäten zu setzen, dann werden Sie merken, dass sich Ihre Konzentration steigert. Statt auf mehrere Nebentätigkeiten gleichzeitig zu achten, können Sie konzentriert eins nach dem anderen abarbeiten. Wenn man wichtige Aufgaben erledigt hat, fühlt man sich zudem meist besser. Dann fällt es umso leichter, sich auf nachfolgende Tätigkeiten zu fokussieren.

Konzentrationstraining

Hört sich anstrengend an, macht aber Spaß. Sie können, durch kleine Alltagsspiele, Ihre Konzentration fördern und weiter ausbauen. Sie können beispielsweise Sudokus oder Mandalas ausmalen, jedoch benötigen Sie meist Vorlagen dazu und diese hat man nicht immer zur Hand. Deshalb haben wir Ihnen vier einfache Übungen zusammengestellt. Diese können Sie jederzeit und egal wo Sie sind, anwenden.

Interessiert? Dann klicken Sie hier.

Eine weitere wirksame Alternative ist es, den „Knoten im Kopf“ zu lösen. Sie können einen Spaziergang in Ihrer Mittagspause machen oder, wie oben beschrieben, Ihren Lieblingssport ausüben. Diese Beispiele unsererseits sollen Ihnen aufzuzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, Ihre Konzentration und Ihren Fokus zu trainieren.

Tipp:

Statt beim nächsten Mal das Smartphone wie im Automatikmodus zu zücken, um sich die Zeit zu vertreiben oder sich selbst abzulenken, probieren Sie doch eine kleine Konzentrationsübung.

Fazit

Konzentration ist nicht nur was für Meditation und Yoga. Richtig dosiert und eingesetzt kann es Ihre Arbeitsproduktivität effektiv steigern.